Mittwoch, 24. Dezember 2025

Stopping by Woods on a Snowy Evening





 No words need it




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Dezemberwespe

 

Festlicher Weihnachtsbaum im Nebel



Manchmal braucht es kein Ereignis, sondern nur ein kleines Stören.


 


"Gewaschen. Gemangelt. Gefaltet. Aromen gewaschener Baumwolle strömten aus dem Wäschepaket. „Ein guter Tag duftet nach frischer Wäsche“, murmelt Carla. Sie schnuppert an Laken, Kissen und Bezügen. Das Sauberkeitsbukett beruhigt ihr Gemüt.

Es kam vor, dass ihre Psyche einem überfüllten Café glich, in dem alle Tische und Stühle wackelten. Auf so einen Notfall war sie vorbereitet. Wenn das Herzrasen und die Kurzatmigkeit begannen, griff sie in ihre Handtasche. Hier bewahrte sie Stofftaschentücher auf, die in der Wäscherei extra für sie eingeschweißt wurden. Sie riss die Folie ab, steckte ihre Nase in das gereinigte Tuch und holte tief Luft. Ihr Puls beruhigte sich. Das Schwitzen nahm ein Ende. Seele und Körper harmonierten wieder miteinander...."

.....meine neue Kurzgeschichte gibt es hier auf der Ponysülze Newsletterseite. Viel Spaß beim Lesen.

Mittwoch, 17. Dezember 2025

Viel hilft viel

 

Aufblaspuppe vor Geschäft als KI-Symbol

Als Kind war ich beim Autoquartett davon überzeugt, dass, wenn ich beim Verteilen der Karten möglichst viele Porsche, Ferrari und Lamborghini in meiner Hand halte, ich gewinnen werde. Aber Hubraum, PS und schnelle Beschleunigung sind kein Plan, um das Spiel zu gewinnen.

Wenn ich in meinen LinkedIn-Feed schaue, sehe ich ein ähnliches Verhalten. Mir fällt auf, wie Mitglieder immer wieder betonen, dass sie für ihre Arbeit möglichst unterschiedliche KI-Modelle nutzen. Es erinnert mich an Autoquartett, wo ich damals auch glaubte, viel hilft viel.

Mir ist klar, dass es um mehr geht als um institutionelle Angeberei. Es ist eine Signalwirkung nach innen und außen: Wir sind technisch auf der Höhe, experimentierfreudig und zukunftsfähig.

Auch ich nutzte eine Zeit lang verschiedene Modelle, aber ich habe abgerüstet. Ich stellte für mich fest, dass eine Vielfalt an KIs kein Beweis für bessere Arbeit ist, sondern nur ein Arrangement. Die superschlauen Maschinen machten mich zu einem Moderator statt zu einem Autor. Dazu kam der Variationseinheitsbrei. Unterschiedliche Tools, aber ähnliche Antworten. Die Modelle werden mit übereinstimmenden Datenquellen trainiert, haben den gleichen Mainstream-Wissensstand und irren durch die gleiche semantische Landschaft.

Am Ende wollen KIs der Mehrheit gefallen. Sie bieten die Normalverteilung an. Abweichungen lassen sie links liegen, aber die triggern mich.

Es liegt nicht an der Technik. Es lag an meinen falschen Erwartungen. Ich entschied für mich, dass kreatives Arbeiten für mich leichter ist als KI-Outputs zu arrangieren.

Meinen übrig gebliebenen KIs bin ich kritischer eingestellt. Aus dem üblichen Prompting entwickle ich Manöver, die Reibungen erzeugen, nicht damit etwas passt, sondern etwas passiert. Dazu gehört, dass ich beispielsweise widerspreche, kritische Fragen stelle, fiktive Experten zitiere, rumstochere oder Thesen erfinde. 

Es ist interessant zu beobachten, wie sich ChatGPT, Perplexity und Gemini verbiegen, um ihre trainierte Harmonie, Gefallsucht und ihre Liebe zu Wahrscheinlichkeiten aufrechtzuerhalten. Es hilft mir bei der Arbeit und schult den Umgang mit der neuen Technik sehr. Ich lerne täglich dazu. Und so gefalle ich mir in der Rolle des Kindes, das feststellt: „Der Kaiser ist nackt.“



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Dienstag, 9. Dezember 2025

Sei kein Frosch

 




No Fear - Schwarzfleckiger Teichfrosch (Pelophylax nigromaculatus) nimmt es mit Hornissen auf und verlangt sogar nach einer zweiten Portion. 

Dienstag, 2. Dezember 2025

Post Brainrot

 

"Die Schwägerin einer meiner Freundinnen hat neuerdings in ihrer Wohnung ein Telefon! Sie kann bei einem Lieferanten etwas bestellen, ohne sich aus dem Hause zu rühren! Ich muß offen gestehen, daß ich regelrecht Listen ersonnen habe, um die Erlaubnis zu bekommen, auch eines Tages einmal durch den Apparat sprechen zu dürfen. Es verlockt mich sehr, aber doch mehr bei einer Freundin, als bei mir zu Hause. Da hätte ich nicht gern ein Telefon. Wenn das erste Vergnügen vorüber ist, wird das Gebimmel wahrscheinlich bald zur Qual."

Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Jede Moderne bringt Überforderungen mit sich.


Das Vergnügen geht immer weiter.  


Von Nervenzusammenbruch zu Nervenzusammenbruch hangelt 

sich die Menschheit in jede neue Zeit. 


- und lernt nie




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Papers

 



Papers (1991) by Yoshinao Satoh 


Montag, 1. Dezember 2025

FREE RADICALS - A COLD WRITING

 


TIME SHIFTING


The parents said follow your heart.

The teachers said follow your heart.

The beloved said follow your heart.

Follow your heart.

An endless download life.

Few times exchanged with beta endorphins.

Between your ribs hordes of echoes.

Nice voices.

But not yours.



PROCESSOR CAMPING


A filter bubble?

Wow! Only a modular life system.

It's only cold foam.

Makes back pain.

A powerful aphrodisiac?

Nope. A body therapy.

A vanity table?

Yeah!

With a lack of degrees.

Mental cross kissings.

And menu driven high stress.



WORLD CLASS


In the times of bites and bytes.

Men are dancing.

They raise their pitchers.

Full of wine.

They drink each season nicely.

They do not know your name.

Only your value.

And that of your wife.

And that of your children.

There is nothing higher for them.



AMNIOCENTESIS


Label hopping on rainy afternoons.

Sales girls with polished nails.

It's prime time to learn to say 'I.

A purchase voyeur.

A fashion landscaper.

Inside you.

Dress for success.

Your advance ticket.

Real god dope

A body wrap.



NETWORKING


Between withered flowers.

Kids sprinkle gold on your grave.

The kids look especially user friendly.

Mothers hug them like stuffed animals.

A life from bet to bet.

Money made to cash.

Now you are nothing more than a whole.

Coming clean.

This is your first honest exam.



Eine Auftragsarbeit für meinen Kumpel Uwe für das Tissue Magazin 2019. Ich sollte etwas zu einem Vintage Buch "The Yuppie Handbook - The State of the Art Manual for Young Urban Professionals" schreiben. Uwe bestellte einen Wortsalat.  Er bekam einen Wortsalat. Leider weiß ich nicht mehr, wo mein deutscher Text ist. Ich glaube, das Magazin erschien dann im Herbst 20219. Ich sollte sorgfältiger sein.



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Mittwoch, 19. November 2025

KI-Inzucht

 

Hamburger U-Bahn bei der Einfahrt


KI-Inzucht: Sitze in der U-Bahn und lausche einem Telefongespräch. Keine Chance, dem informativen Schall zu entkommen. Ein junger Mann mit der Trucker-Frisur aus den 80er-Jahren gibt am Handy Tipps. „Achte auf Gedankenstriche, die musst du alle streichen, wenn nicht, dann wissen alle, dass es ein KI-Text ist.“

Bei seinen Worten musste ich an eine Projektmanagerin denken, die immer wollte, dass ich in ihren Texten mehr Gedankenstriche unterbringe. 

Zu meiner Verwunderung glaubte sie tatsächlich, es würde den Text klüger machen. Ich tat ihr den Gefallen. Sie war zufrieden. Das war lange vor KI. Damals wurden Gedankenstriche gerne als Stilmittel genutzt, um Tiefsinn vorzutäuschen.

Die vielen Gedankenstriche entstehen, weil KIs vermehrt Daten nutzen, die von anderen KIs erstellt worden sind. Und weil es immer mehr KI-Daten gibt, kommt es häufiger zu Verzerrungen und Fehlern.

Habsburg-Effekt nennt sich diese KI-Inzucht, benannt nach dem österreichischen Adelshaus, das gerne innerhalb der Familie Ehen schloss. Sichtbare Folgen der Verwandtenehen waren die „Habsburger-Lippe“ oder der „Habsburger-Kiefer“. Bei der KI-Inzucht sind es wohl die Gedankenstriche.

Bei den Habsburgern soll die Fortpflanzung im eigenen Genpool mit ein Grund für ihren Niedergang gewesen sein. Karl II., der letzte Habsburger Herrscher über Spanien, war dazu auch noch geistig und körperlich behindert, ebenfalls eine Folge der Inzucht. Sein Verhalten soll laut Wikipedia von „Infantilismus und Geistesschwäche geprägt“ gewesen sein.

Blüht der KI-Familie jetzt das gleiche Schicksal wie den Habsburgern? Werden die Bot-Antworten dümmer? Ist das Modell vom betreuten Denken jetzt schon am Ende, bevor es richtig losgeht?

Die U-Bahn hält. Oben an der frischen Luft angekommen, muss ich zugeben, dass die Datenverengung die KIs immerhin etwas menschlicher macht. Sie schreibt einfach von anderen KI generierten Inhalten ab. Ob es Dummheit, Faulheit, Ressourcenmangel oder Verachtung ist, werde ich vielleicht nie erfahren.



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Odyssey




Mit "Memories" rettet mich Aka Kelzz über nasskaltes Novembergrau. 


Montag, 10. November 2025

Trouble Teens

 




Um ein Kind großzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Wenn Eltern und Dorf nicht weiterwissen, was die Göre hat, kommt es in der Netflix-Serie Wayward nach Tall Pines. Hier in der Erziehungsanstalt wird es mit fragwürdigen Therapien "gesund" gequält. Toni Colette als grausame Anstaltsleiterin macht mir Angst. Ein Esoterikmonster im Hippielook. Nach dieser Serie mach ich einen großen Bogen um jeden Treehugger und Kohleläufer.


Freitag, 7. November 2025

Babos Paradies

 


„brutaler Song“


Und dann?

Und dann?

Und dann?


by Haftbefehl.





Und doch lieben die Menschen Worte.

Egal ob Lines oder Lyrics.

Gesungen, gesprochen oder gebrüllt.

Das ist gut.




Dienstag, 4. November 2025

Snack Content


Einkaufskorb mit Banane

 

Stehe vor dem Chipsregal im Supermarkt.Aus Neugier lese ich die Verpackungstexte. Schöne Marketingprosa.

Als ich mich umdrehe, fällt mir das Zeitschriftenregal auf. Es ist geschrumpft. Links rücken die Snacks den Tageszeitungen auf die Pelle, und von rechts kommen die Schaumweine den TV-Zeitschriften bedrohlich nahe. In der Mitte lächeln mich fatalistisch die Lifestylemagazine an.

Das Print-Sortiment wirkt auf mich wie Schüler, die beim Auslosen von Mannschaften im Sportunterricht übrig geblieben sind. Ich weiß, wovon ich rede, ich wurde auch immer als Letzter bei den Teams ausgewählt. Dick, Pott-Haarschnitt und uncoole Klamotten. Eine evolutionäre Resterampe, so würde ich mein Schüler-ich von damals heute beschreiben.

Die Menschen snacken wohl mehr, als dass sie lesen, denke ich. Meine griffbereite KI bestätigt meinen Verdacht. Tatsächlich snacken die Leute immer mehr und lesen weniger. Laut Statistischem Bundesamt verbringen Menschen heute im Schnitt etwa 27 Minuten am Tag mit Buchstaben. Vor ein paar Jahren waren es noch ein paar Minuten mehr. Und die Deutschen werden immer dicker, sagt die KI.

Oje, manchmal hasse ich mich dafür, KIs zu befragen. Daraus einen Zusammenhang herzuleiten, wäre natürlich Quatsch. Zum Abschied blättere ich noch durch ein paar Hefte. Ob Magazine und Zeitungen den Darwin-Überlebens-Award gewinnen werden, bezweifle ich in diesem Moment.


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Montag, 3. November 2025

Gudruns Lieblingsplatz


Nordseestrand mit Horizont auf Borkum

 

An Plätzen mit einer schönen Aussicht stehen oft Bänke, die von freundlichen Menschen gestiftet worden sind, um hier auszuruhen. Manchmal sind dort kleine Schilder mit den Namen der Gönner angebracht. Meistens sind es Apotheken oder Vereine. Aber auf Borkum fand ich eine Bank mit einer Widmung: Gudruns Lieblingsplatz. Eine Erinnerung. Als ich das las und auf den Horizont blickte, hätte ich mich gern mit ihr unterhalten. Ein schöner Ort.



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Alpenglühn

  Hinter dem Vorhang verbrennen die Dolomiten. Vom Tal aus kriecht die Hitze immer höher den Berg hinauf. Kein Gipfel kann sich wehren. Bäch...