Mittwoch, 18. Juni 2025
Dienstag, 17. Juni 2025
Sekundendekorationen
Donnerstag, 12. Juni 2025
Die letzte Welle
I know so many people who think they can do it alone
And what can you say that won't make them defensive?
I know now, but I have to find it by myself
Dienstag, 10. Juni 2025
Montag, 9. Juni 2025
Einsatz Gott
Paul Valery speaks of the "une Ligne donnee" of a poem. One line is given to the poet by God or by nature, the rest he has to discover for himself.
Freitag, 6. Juni 2025
Unter Strom
Im Flur von Franz Escher liegt ein toter Elektriker. Stromschlag. Er möchte nichts falsch machen und liest erst einmal ein Buch über einen Mafia-Kronzeugen, der im Gefängnis sitzt und ein Buch über einen Mann liest, in dessen Flur ein toter Elektriker liegt. Noch Fragen?
Montag, 2. Juni 2025
MOSES YOOFEE TRIO
Hören und treiben lassen. Hat mir meine monatliche Buchhaltung erleichtert. Es gibt ein Leben da draußen. Groovt. Playlist on Youtube. Listen.
Mittwoch, 28. Mai 2025
Meine Fantasie nur KI Bilder?
Ich konnte nicht widerstehen und habe mit KI die Protagonisten Yun Chi und Lok Yee aus meiner Kurzgeschichte Blütenseelen zum Leben erweckt. Frage mich, ob das gut ist. Sind wir nicht häufig enttäuscht, wenn unsere Helden und Heldinnen auf der Leinwand eine Stimme bekommen, die nicht mehr unsere eigene innere Lesestimme ist. Jetzt, wo die erste Schöpfungseuphorie über das Video vorüber ist – die nur wenige Minuten angehalten hat – frage ich mich, wann die große Erschöpfung der vielen KI-Inhalte eintritt. Aktuell sind alle noch auf Droge.
Montag, 26. Mai 2025
A nice Cup of Tea
In meiner Kurzgeschichte Blütenseelen ging es oft um Tee. Aber wie macht der normale Durschnittsteebeutelnutzer den perfekten Tee? George Orwell (1984) hat dazu einen kleinen Essay verfasst.
"Some people would answer that they don’t like tea in itself, that they only drink it in order to be warmed and stimulated, and they need sugar to take the taste away. To those misguided people I would say: Try drinking tea without sugar for, say, a fortnight and it is very unlikely that you will ever want to ruin your tea by sweetening it again."
Freitag, 23. Mai 2025
Blütenseelen
Meine Geliebte Lok Yee,
wie gerne würde ich aus der Ferne zuschauen, wie du deine Haare hochsteckst. Besonders, wenn du versuchst, deine Nackenhaare zu bändigen. Ich vermisse dich sehr. Entschuldige meinen späten Brief. Jetzt erst habe ich Zeit gefunden, dir zu schreiben. Die Flüge waren anstrengend. Alles war neu für mich. Im Flugzeug habe ich Trottel, alles falsch gemacht. Herr Lam hat seine Zusagen eingehalten. Es gab keine Probleme mit meinen Papieren. Er hat ein gutes Verhältnis zu den Beamten und kennt viele persönlich. Die Rezepte sind einfach, ich habe sie schnell gelernt. Die Deutschen haben keine großen Ansprüche. Herr Lam sagt, sie wüssten nicht, dass Essen für uns Chinesen der Himmel ist. Er behauptet, dass sie keine Ahnung haben. Sie könnten keinen Fisch, kein Gemüse, Schwein oder Ente zubereiten. Ich soll nur darauf achten, dass die Portionen groß sind, dann gebe es keine Probleme. Die indonesischen Hilfsköche sind freundlich und sprechen Kantonesisch. Die Kellner kommen auch aus Hongkong. Wir verstehen uns alle sehr gut. Die Stadt habe ich noch nicht angeschaut. Von den Menschen hier bekomme ich nichts mit. Vor meiner Abreise hattest du meine Hemden mit deinem Parfüm eingesprüht. Ein Hemd habe ich noch nicht getragen. Bevor ich anfange zu arbeiten, schnupper ich immer dran. So bist du in meiner Nähe. In ein paar Wochen sehen wir uns wieder. Das Geld für das Ticket bringt der Cousin von Herr Lam vorbei. War er schon da? Er kümmert sich um alle Formalitäten und bringt dich auch zum Flughafen. Du kannst ihm vertrauen. Mach dir keine Sorgen. Seine Familie lebt hier auch. Schick mir ein Telegramm, bevor du abfliegst. Ich will alles vorbereiten. Wenn du kommst, mache ich dir Meeresforelle nach Chaozhou-Art. Die magst du doch so gern. Kannst du bitte Salzpflaumen aus Tantes Yan Ting Laden mitbringen, hier bekomme ich sie nicht. Ihre Schatzkammer fehlt mir. Ich muss hier alles bestellen. Es dauert ewig, bis etwas geliefert wird. Bitte vergiss nicht, das Grab meiner Eltern zu besuchen, bevor du abreist. Stelle eine Schale Reis und Reisschnaps für mich hin. Hier wird es uns besser gehen. Ich kann es kaum erwarten, dich zu sehen.
Dein liebender Mann
Yun Chi
Kirschblütenblätter landen auf dem Wasser. Sie drängeln sich um das Schilf. Sie wollen ans Ufer, zurück auf die Bäume in den Frühling. „Wer hätte gedacht, dass diese Skelette jedes Jahr wieder erblühen. Meine kleinen Blütenseelen, wie ich euch vermisst habe“, murmelt Lok Yee. Sie hält sich an ihrem Teebecher fest und schaut auf ihren Teich. Becherwärme fließt durch ihre Finger. Gut gegen Gicht. Gut gegen das kalte Land. Ihr halbes Leben hat sie hier verbracht, aber an das Wetter kann sie sich nicht gewöhnen. Selbst der Mai ist hier ein Schattenmonat, dagegen ist die Rückseite des Mondes ein Paradies, denkt sie. Davon hatte Yun Chi in seinem Brief nichts geschrieben. Sie waren frisch verheiratet und schon getrennt. Es war ein dünner hellblauer Brief mit einem blau-rot gestreiften Rand. Auf den Briefmarken war ein weißer Vogel, der aus vielen kleinen weißen Vögeln bestand. Yun Chis Schrift schimmerte durch den Umschlag. Elf Tage hatte der Luftpostbrief gebraucht. Er verschwieg ihr auch, dass er sein Zimmer mit den Köchen teilen musste und dass Herr Lam zwei Gehälter einbehielt, weil er Unkosten hatte. Von der vielen Arbeit erfuhr Lok Yee nichts. Er schuftet rund um die Uhr, weil er viele Zutaten, die er nicht bekam, selbst herstellen musste oder in Herrn Lams anderen Chinarestaurant als Koch einsprang. An solchen Tagen blieb sein Bett kalt. Schlafengehen lohnte sich nicht, weil er gleich wieder aufstehen musste. Er legte sich dann Pappen vor den Herd in der Küche und schlief dort ein wenig....
Lust auf mehr Worte? Den ganzen Text gibt es als Newsletter. Abonniere Ponysülze.
Sonntag, 18. Mai 2025
Auslöser
Schlenderte meinen Gedanken hinterher
Das Wort Ruinenempfindsamkeit bremste mich
Zwei Männer gingen an mir vorbei
Sehr schnell und sehr laut
Informativer Schall
Als wollten sie sich immerzu selber überholen
Manchmal blieben sie kurz stehen
und zeigten auf die schönen Häuser
Sie tauften alle auf den Namen Kapitalanlage
Den Häusern und mir war es egal
es gab kein Echo
Dieser Text erschien auf meinen alten Blog Photo Ranch am 19. November 2011
Sonntag, 9. März 2025
Die Merzwerdung – eine Bildbeschreibung
Überall Bedeutung. Überall Versprechen. Überall Ewigkeiten. Ein Konfettiregen aus Fotos und Videos rieselt auf mich ein. Ich hocke am Pariser Flughafen und vertreibe mir die Zeit bis zu meinem Abflug auf Instagram, LinkedIn und TikTok. Kein Bild behalte ich in meiner Erinnerung. Das Auffegen geht immer schneller. Zwischen jetzt und gleich bleiben mir ein paar Minuten. In solchen Momenten google ich Dinge, die mich interessieren. Der Bundestagswahlkampf hat mich erfasst. Meine Neugier trifft Friedrich Merz. Laut Umfragen wird er der neue Kanzler. Es wird Zeit, ihn besser kennenzulernen. Ich überfliege die Suchergebnisse. In meinem ersten Berufsleben war ich Fotoredakteur. Längst vergessene Instinkte melden sich zurück. Ich mache eine Google-Bildersuche: Merz beim Wandern, mit seiner Frau Charlotte, im Bundestag, im Büro, mit Persönlichkeiten, in Meetings oder als Pilot im eigenen Flugzeug. Wenig Privates wird mir angezeigt. Bis auf ein Bild. Gerne würde ich es mir näher anschauen, aber mein Flug wird aufgerufen. Ein Screenshot für später muss reichen. Meine Recherche verschwindet mit dem Flugmodus aus meinem Sinn. Der Wahlsonntag rückt näher. Ich sitze am Schreibtisch und überlege, was ich hier auf Ponysülze schreiben kann. Mir schwebt eine Kurzgeschichte über einen Karpfen und eine alte Frau vor. Weit komme ich nicht. Gelangweilt von meinen eigenen Worten, greife ich zum Handy und flippe durch meine Fotoalben. Der Merz-Screenshot aus Paris taucht wieder auf. Ich ziehe das Foto groß. Damals in den Redaktionen betrachtete ich mit der Lupe minutenlang Bilder. Mein Interesse galt Motiven, die viel Privates preisgaben. Ich hoffte, hier Heiligkeit zu finden. Heiligkeit versteckt sich nicht nur in Bildern, sie zeigt sich auch im echten Leben. Es ist ein Gefühl. Eine Entselbstung. Sie erfasst mich an windigen Ecken. Ein hysterisches Lachen aus einem Küchenfenster kann sie haben. In der Schule lenkte sie mich häufig ab. Auf einem gefrorenen Acker habe ich sie schon gefunden. Eine tanzende Haarlocke hinter einem Ohr besitzt sie. Bei meinen Dauerläufen im Regen hilft sie mir. In einem Nebensatz kann sie unvermittelt auftauchen. Hinter beschlagenen Fenstern ist sie sicher zu finden. Gestraffte Falten können sie vortäuschen. Jeden Pixel nehme ich mir vor. Vielleicht komme ich der Heiligkeit im Merz-Foto auf die Spur, wenn ich mir vorstelle, wie das Bild mit Merz entstanden sein könnte. Meine Gedanken verselbstständigen sich wie eine Herde, die aus meinem Herzen ausgebrochen ist und jetzt mein Hirn überrennt. Mein Kopfkino beginnt......
Lust auf mehr Worte? Den ganzen Text gibt es als Newsletter. Abonniere Ponysülze.
Samstag, 21. Dezember 2024
Winterschlaf
Wind rüttelte am Fenster. Regen trommelte gegen die Scheibe, als würden Schwärme von Insekten immer wieder dagegen fliegen. Es war sieben Uhr morgens und stockdunkel. Die Nacht beschloss Überstunden zu machen.
Die Bettwärme betäubte meine Sinne. Ich schloss meine Augen und träumte gegen den Wind an. In meinem Traum taten wir Menschen es den Siebenschläfern gleich. Zum Ende des Sommers verlangsamte sich unser Stoffwechsel. Wir wurden immer müder und fielen in einen mehrmonatigen Winterschlaf.
Eisbaden, Daunenjacken, Feuerwerk, Hygge, Schneemänner, Heiligabend, Winteroffensiven, Vierschanzentournee, Hüttengaudi, Helene-Fischer-Weihnachtsshows, UGG-Boots, Sternensingen, Rodeln, Pelzmäntel, dicke Socken, Bundesligarückrundenstart, lange Unterhosen, Skiferien, Eiskratzen, Lebkuchen, Neujahrsansprachen, Black Fridays, Schneeballschlachten und Glühwein kannten wir nicht.
Wir lebten nur im Frühling und Sommer. In knapp sieben Monaten erledigten wir alles: Wir brachten die Kinder zur Welt, begruben unsere Liebsten, heirateten und trennten uns, bauten Häuser, eroberten Länder, gewannen oder verloren WMs, machten Abi, gründeten Firmen, ernteten Gemüse, schrieben Bücher oder sahen uns fremde Länder an.......
Lust auf mehr Worte? Den ganzen Text gibt es als Newsletter. Abonniere Ponysülze.
Alpenglühn
Hinter dem Vorhang verbrennen die Dolomiten. Vom Tal aus kriecht die Hitze immer höher den Berg hinauf. Kein Gipfel kann sich wehren. Bäch...
-
Kennt jemand noch Julie Burchill? Galt mal als klügste Frau Englands. Lese zwischendurch ihre Essays. Schöner Leichtsinn. Wäre das nicht der...
-
Als Kind war ich beim Autoquartett davon überzeugt, dass, wenn ich beim Verteilen der Karten möglichst viele Porsche, Ferrari und Lamborg...
-
KI-Inzucht: Sitze in der U-Bahn und lausche einem Telefongespräch. Keine Chance, dem informativen Schall zu entkommen. Ein junger Mann mit...



